Grundbegriffe

Das DOJO als Übungsraum hat eine andere Atmosphäre als die gewohnten Alltagsräume.
Die Atmosphäre ist getragen durch bewusste, respektvolle und konzentrierte Begegnung.

BUDO heißt: der kriegerische Weg, aber auch:
der Weg, den Kampf zu beenden, mit dem Kämpfen aufzuhören.
Aggression ist nicht geeignet, um Konflikte zu lösen.

Wenn es einen Sieger gibt, so gibt es in Wirklichkeit 2 Verlierer (Stenudd).
Siegen oder verlieren oder sich in einer Technik messen, ist nicht das wahre Budo.
Wahres Budo kennt keine Niederlage. Wahres Budo ist der Schutz allen Lebens mit dem Geiste der Aussöhnung. (Ueshiba)

Es geht um die Einheit von SHIN (Geist), WAZA (Technik) und TAI (Körper).
Wenn der Geist wachsam und aufnahmebereit ist, ist es möglich, sich an sämtliche Eventualitäten anzupassen und anzugleichen.
So gibt es keine Notwendigkeit für festgelegte Formen.

Neben dem Erlernen von Technik wichtig:

  • Erdung: Verwurzelung im Boden, Standfestigkeit, Ki-Fluss aus dem Boden
  • Zentrierung: HARA, das Energiezentrum; alle Technik geht von dort aus;
    Hara bedeutet diejenige Verfassung, in der der Mensch zu seiner ursprünglichen Mitte hingefunden hat und aus ihr heraus sich bewährt. (Dürckheim)

Ein Schlüsselbegriff Ueshibas: TAKEMUSU = schöpferische Reaktion

Die angemessene Reaktion auf einen Angriff besteht in der intuitiven Anwendung der natürlichen Aikido-Prinzipien ERDUNG, ZENTRIERUNG, KONTAKT, VERSCHMELZUNG, FLIEßENLASSEN. In natürlicher Bewegung ist kein Platz für Technik;
natürliche Bewegung und Technik müssen zu einer Einheit verschmelzen.

Im Aikido üben wir:

  • nicht gegen einen Widerstand agieren, sondern mit ihm
  • nicht anklammern, sondern loslassen
  • nicht dominieren, sondern harmonisieren
  • die beständige Entwicklung des Geistes, des Gegenwärtigseins

SHO = der erste; SHIN = Geist; ZAN = bleibend; MU = Leere, Nicht

SHOSHIN: anstatt auf Routinen zurückzugreifen, ist bei jedem Angriff eine hohe Aufmerksamkeit wie beim ersten Mal gefordert.
Jeder Angriff ist anders, jeder Angreifer bewegt sich anders.

ZANSHIN: die Übung besteht darin, mit der Aufmerksamkeit bei dem zu bleiben, was gerade geschieht.
Auch wenn der Angriff abgewehrt ist, bleibt die Aufmerksamkeit.

MUSHOTOKU: Absichtslosigkeit, Nicht-wollen, ohne Ziel, ohne Profitstreben, den Geist an nichts hängen, nichts erwarten.

MUTEKI: Feindlosigkeit ist friedvolle Ruhe, frei von Angst und Begehren; man verlangt nicht mehr nach Kämpfen, will nicht mehr siegen und wird deshalb auch nicht mehr besiegt;

Die Kunst des Friedens beginnt bei dir. Pflege den Frieden und wende dann die Kunst auf alles an, dem du begegnest. (Ueshiba)

MUGA: Nicht-Ich; bedeutet auch: die Freiheit von inneren Verboten, von Zwanghaftigkeit, Kleinlichkeit,
von der Angst vor Fehlern, davor, das Falsche zu tun.
MUGA führt im Aikido dazu, dass man am Angreifer klebt, und seine Bewegungen so hautnah verfolgt, dass man sofort darauf eingehen kann.

Streift alle begrenzenden Gedanken ab und kehrt zu wahrer Leere zurück. Steht inmitten der großen Leere. Das ist das Geheimnis des Wegs eines Kriegers. (Ueshiba)

7 Tugenden des Aikido:
Güte, Gerechtigkeit, Höflichkeit, Aufrichtigkeit, Weisheit, Loyalität, Respekt